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Quoarrod

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Bandgeschichte

Quoarrod, 1992 © Foto: Dieter Sajovic
Quoarrod, 1992
© Foto: Dieter Sajovic
 

1989-1994

Graz

Alexander Prutsch: Gesang (1992-1994)
Dieter Sajovic: Bass (1989-1990)
Karl-Heinz Halek:Schlagzeug (1993-1994)
Kurt Schottmeier: Bass, Gitarre, Schlagzeug (1989-1994)
Niki Pelzl: Bass, Gesang, Gitarre (1989-1994)
Richard Ploder: Gitarre (1990-1991)
Tobias Leitner: Schlagzeug (1992-1993)


Thrashmetal mit Einflüßen aus Hip Hop, Funk, Jazz und experimenteller Musik

Niki Pelzl und Kurt Schottmeier drücken in den späten 80er Jahren gemeinsam die Schulbank, und nicht nur das. Ihre Freizeit verbringen sie meistens auch gemeinsam. Beim Fortgehen am Wochenende, beim Mädels Aufreißen, beim Ferialjob, im Urlaub, und auch beim Gitarrespielen, das beide zur gleichen Zeit und beim Studium der nahezu selben Songs auf Eigenregie vorantreiben. Sie okkupieren mit ein paar Freunden, darunter auch Dieter Sajovic, den Musiksaal ihrer Schule, wo sie Songs von AC/DC oder Danzig nachspielen. Als in den darauffolgenden Jahren der Thrashmetal mit Alben wie „Among the Living" von Anthrax (1987), „And Justice for All" von Metallica (1988) oder „Nothingface" von Voivod (1989) seinen Höhepunkt erreicht sind sie derartig inspiriert daß sie trotz der relativ geringen Instrumentenerfahrung daran gehen eigene Songs zu schreiben. Der Versuch eine richtige Band zu formieren ist jedoch von Beginn an zum Scheitern verurteilt, da die Songs so komplex und so genau durchdacht sind, daß von außen dazustoßenden Musikern so gut wie kein Freiraum zur Entfaltung bleibt. So wechseln die Mitglieder in den ersten drei Jahren des Öfteren und die beiden greifen immer wieder auch selbst zum Bass oder zum Schlagzeug.

Die erste komplette Besetzung, mit der auch die ersten Gigs in Graz (zB. Insel, Explosiv, Hopfenlaube) und in Weiz gespielt werden, kommt 1992 mit Alexander Prutsch als Frontman und Tobias Leitner an den Drums zustande (siehe Fotos), allerdings auch nur mit der Einsicht daß ein Bass in einem Metalset nicht zwingend notwendig ist. Zu dieser Zeit erweitert sich der musikalische Horizont dramatisch, und die Erkenntnis daß es sich mit Thrashmetal zur Musik im allgemeinen in etwa so verhält wie räumlich gesehen mit dem Individuum zum Universum ist dem Arbeitsklima mitunter auch nicht immer zuträglich. Die Band treibt ihre Vorstellungen abermals verstärkt im Proberaum voran, was zu eher seltenen Auftritten führt. Jedoch sind sie auch immer wieder von Neuem davon enttäuscht wie schwierig es ist Ideen live umzusetzen.

1994 entscheiden sie sich einen Teil ihrer Songs aufzunehmen, und als Andreas Wildbein vom Ursprung Tonträger Studio in Graz den Vorschlag macht für einen Drei-Tages Standardpreis fünf Songs aufzunehmen, allerdings ohne zeitliche Limitierung, willigen sie natürlich sofort ein. Die Folge ist eine mehrmonatige Aufnahmesession in der sämtliche Register gezogen werden sollen. Es wird auch heftig an der Besetzung geschraubt (auch teilweise zum Leid von Bandkollegen muß man sich an dieser Stelle eingestehen). So laden sie sich bekannte und Bekannte von bekannten Musikern ins Studio ein, darunter auch Dietmar Tschmelak von den General Bomb Machine an den Vocals oder Ilse Riedler am Saxophon, damals Schulkollegin, später Jazzstudentin und heute Solokünstlerin. Ilse ist es auch die für einen Song einen dreiköpfigen Bläsersatz organisiert und der Band Karl-Heinz Halek vorstellt, welcher daraufhin als Drummer einsteigt und mit seinem Know-how aus Jazz und Fusion die optimale Besetzung für das Recording darstellt. Sogar Andreas Wildbein himself erklärt sich bereit ein Gitarrennoisesolo einzuspielen. Das Ergebnis der Aufnahmen sind drei (und auch zwei weitere, leider nie ganz fertiggestellte) Songs die nicht eindeutig einem bestimmten Genre zugeordnet werden können, aber doch immer die Rohheit und Energie des ursprünglichen Thrashmetal in sich tragen.

Nach der Beendigung sowohl der Aufnahmearbeiten als auch des schulischen Daseins beginnt sich die Band weitgehend für aussichtsreichere, allerdings nicht unbedingt lustigere Berufsmöglichkeiten zu interessieren.

(Verfasser: Kurt Schottmeier, 2009)

 

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