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Code Inconnu

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Oh Graz, du schöne Stadt am Abgrund mit den vielen zwiellichten Bars. Code Inconnu wühlen sich durch die Kanalisation dieser Stadt, die einmal im Jahr zur Hipstermetropole wird. Dann sind Code Inconnu aber immer auf Tour, wetten! Recollected, der Einstieg in das selbstbetitlete Album beginnt mit whiny Vocals und vertrackten Off-Beat-Rhythmen. Radiohead sollte man meinen, doch dann geht da irgendwie der Körper-Streß um. Man taumelt weiter in eine Aggro-Fuzz-Hagel namens Oblique, nein "Placebo" steht hier nicht auf der Tür. Aber am Sattel klebt Blut. Es mag vom Basissten kommen, der in Fly My To The Moon ordentlich rumstochern muss. Echtes Krawallmonster mit Hämatomen. Erinnert an Frühneunziger Post-Post-Industrialmetal. Oh du schönes Österreich!
Zipo / auf abwegen / 2012


Mit dem selbstbetitelten Drittling hat sich das heute als Fivepiece agierende österreichische Bandgefüge endgültig in die Undefinierbarkeit bugsiert. Zwar wird mit Begriffen wie Noiserock, Trip Hop, Krautrock, Wave, Punk und sonst was um sich geworfen, doch nichts, aber auch gar nichts kann auch nur ansatzweise wiedergeben, was auf vorliegendem Achtsöngler geschieht. Höllisch intensiv, in allen Konsequenzen freigeistig, loten Code Inconnu mit ihren verschrobenen Kompositionen die Grenzen des Machbaren aus -- und somit die Aufnahmekapazität des Hörers. Ätherisch, hypnotisch, depressiv und doch befreiend, auf sämtliche Standards exkremierend und doch heimelig -- die Band widerspricht sich permanent selbst und kultiviert dies. Ihre Musik wirkt wie ein Höllentrip, der abhängig macht. So muss sich die Sucht nach Schmerzen anfühlen. Eine Sucht, die einen permanent taumeln lässt. So wie auch die zahlreichen leiernden, portamento-artigen Tonverschiebungen taumeln -- als drehe jemand ganz langsam an einem Rädchen. Am großen Bruder, dem Rad drehe ich. Schlüpferwechsel.
noisy neighbours / Chris P.

Code Inconnu aus Graz lassen sich nicht festmachen, weder mit ihren bisherigen Veröffentlichungen, noch mit diesem Album - und trotzdem, und das ist die Kunst, ist die Sache rund. Mehr als rund, falls das geht. Stilwechsel und Besetzungswachstum münden zwischen der Mächtigkeit alter Tomahawk-Kracher, als Kevin "Ass Joker" Rutmanis noch den Slide Bass vergewaltigte, bis zu frei schwebenden, krautigen Passagen und Minimal Music für ausgefuchste Vieldeuter. Geschrieben klingt das alles seltsam, so bitte ich um Erwerb!
rokkos advnetures

Archaisches Wühlen
Maru Fufunjiru, für gewöhnlich Programmgestalter der Konzertreihe „Sonntags Abstrakt", lud diesmal im Namen seines privaten Labels „chmafu nocords" in die Grazer Postgarage. Die US-Experimental-Legenden Neptune und die Grazer code inconnu sorgten für einen der kraftvollsten Konzertabende des Jahres.
Zerklüftete Abläufe, erlesene Gitarrenriffs und ein aus dem Metal kommender Sänger, der kaum ein Augenzwinkern für sein zahlreiches Publikum bereit hält: code inconnu formten ein düsteres Gesamtkunstwerk und sind zur Stunde wohl der beste heimische Act, bestenes aufgehoben im Vorfeld des bereits seit 1992 umtriebigen US-Trios Neptune, das in Sachen Struktur-Zertrümmerung noch eins drauflegte. Selbstgebastelte Gitarren, analoge Mixer, ein altes Festnetztelefon und ein irrwitzig schnelles Schlagzeug komponierten aus den unmöglichsten Elementen wahre Underground-Schlager, mystisch und knatternd. Es war ein archaisches Wühlen im Unkonventionellen, das einigermaßen euphorisch beklatscht wurde.
Matthias Wagner/Kronen Zeitung/26.3.2009

Rarely you meet drum'n'bass-influenced music that's also very rich in dissonant intensity, therefore generating peculiar overtones all around the place; this is exactly what happens in this album, which I like much more - you guess it - when listened from the speakers. Code Inconnu's line up consists of Gottfried Krienzer (guitar, sampling) Christoph Uhlmann (synth, sampling) Markus Sworcik (drums, sampling) and Andreas Klöckl (bass); the quartet raises a mass of deranged resonances and unexpected colours, thanks to very individual voices that, while interacting in the overall context, are each one the reason for slight deviations from the norm, which results in angular fragments, chiming shifting chords and throbbing organisms of low frequencies that seem to come from the outside, so eccentrical is their placement in the mix. Try this CD at medium volume in a silent environment and be rewarded by a product which won't have you howling for pleasure but whose mechanisms
approach perfection.
Massimo Ricci / Touching Extremes / 2006

Austrian group Code Inconnu operate on the cusp of post-rock and electronica, favouring the latter on Spoil, Microbe, a hall of mirrors in which the instrumentalists and their sampled and treated doppelgangers do battle. Occasionally the complexity of the music, with its odd meters and shifting harmonies, leads to a suffocating density. The best moments here see them picking up the technological gauntlet thrown down by Tortoise's "Djed", something most post-rockers haven't thought even to try. "Sleepless Music" is one of the best things I've heard this year. Guitars billow like slowly advancing clouds of mustard gas over a slippery, cut-up 9/4 beat, before subsiding into a passage of beutiful eerie arpeggios, then erupting into a free noise coda complete with digital groans and splutters. In fact noise codas seem to be a speciality. "Fu" climaxes with a monstrous rising guitar figure strafed by Hecker-like squawks and squeals, and the final section of the superb "Seeds" lapses into a moody landscape of dark electronic harmonies and percussive blips and thuds. Spoil, Microbe is a bit too cluttered, as if the group are trying to cram all their tricks into each track, but that's an understandable lapse, when the tricks are as good as these. Code Inconnu just need to let it all breathe a little, and they could be world beaters.
Keith Moliné / The Wire / 2006

The minimalistic cover of this album is already promising. Ichno Studios did the artwork, which suits the music well.Code Inconnu is a four-piece with a relatively standard line-up (guitar, synth, drums, bass), nevertheless presenting an original concept far from mainstream. They combine the traditional intrumental song structure with an experimental touch. A band that fitts the German electronic pop tradition rather well, Can, Neu and Komeit or Laub (without vocals) can be considered fellow bands, all with their own style. The music breaths some kind of mystery, but also a calmness and melodic professionality. As if these musicians have played together for many years, including performing many live gigs. An excellent album with a high and constant level.
Paul Bijlsma / Phosphor Magazine / 2006

Bereit für starke Töne junger Grazer Burschen? Dann gehen Sie dem "unbekannten Begriff" auf den Grund, sperren Sie die Ohrwascheln auf und lassen sie sich von den jugendlichen Krienzer, Uhlmann & Sworcik durchputzen. Als einziger Routinier stärkt Andreas Klöckl aka Reas, seit Fleischpost-Tagen ein Fixstern am Experimentalrock-Himmel, diesem homogenen Juniorenteam den Rücken. Nicht selten beginnt die akustische Reise mit einem Knistern, einem Rascheln. Rasch gehts dann zur Sache. Vorwärts, aber mit Querverbindungen. Querpässe öffnen die Räume, wie wir Fußballerinnen wissen. Und zwischen den Assoziationen, die von diversen kühnen Sounds angestachelt bzw. unangestrengt angestrengt werden, wird man an die besseren Tage von Postrock erinnert. Als Kollektive wie Tortoise noch etwas zu sagen hatten und das auch auszudrücken vermochten. Gutes Zeichen: Man möchte diese krude Mischung aus Sampling und haptischen Instrumenten, diesen Mix aus Ambient und Groove, Experiment und Noise immer und immer wieder hören. Womöglich am besten live. Also: Veranstalter, veranstaltet!
Andreas Fellinger / Freistil / 2006

Wie Mikroben schaben sich Code Inconnu gekonnt durch die Poren elektronischer Häute und hinterlassen wunderschön-instrumentale Spuren von klarem und reduziertem Gitarrenhandwerk, das sich artifiziell eingeschweißt nervös windet. Post Rock für Art-Jazz-Freunde, oder Jazz für Experimentalrock-Freunde. Arbeit am Detail, die Freude macht.
Tiz Schaffer / Megaphon / 2006

.....treibend-wuchtiger Instrumental- Rock, mit wunderbaren ruhig-melancholischen Passagen; düstere THIS HEAT treffen auf AIDAN BAKERDrones....
DRONE RECORDS / 2005

Das auf Tonto veröffentlichende Quartett CODE INCONNU (Gottfried Krienzer - gitarre, Christoph Uhlmann - synth, Markus Sworcik - drums, Andres Klöckl - bass) ist im Moment einer der interessantesten Acts der experimentellen steirischen Musikszene. Vor allem live manövrieren Code Inconnu derart gekonnt zwischen den Feldern Groove, Experiment und der puren Arbeit am Material Sound, dass es keineswegs schwer fiele, große Namen zu nennen, um das, was die vier Grazer da machen, zu charakterisieren. Am ehesten kann man sich mit dem Etikett Post Rock behelfen, vor allem auch deshalb, weil es so herrlich weit und offen ist. Noise, der sich nicht vor Pop scheut. Jazz, der gerade, umbarmherzig und rau sein kann (und will). Ambient, der dich abwechselnd wünschen lässt, in diesem Film zu bleiben und doch auszusteigen. Musik, bei der man ahnt, dass es da wirklich viel zu sagen gibt, auch wenn man dazu nicht singen muss.
harald wiltsche / SKUG / 2004

Code Inconnu sind vier junge Herren aus der einstigen Kulturhauptstadt Graz, die auf ihrem Debüt zwischen keyboardgenerierten, großzügig bemessenen Ambientflächen und konzentriert simpel gehaltenen Schlagzeug- Stoizismen eine handvoll saftiger Genickwatschen in Form von herrlich noisenden Gitarrenbreitseiten verteilen. Zwar kann das Album nicht immer mit den kompakt-groovenden, zeitweise schon irrwitzig übersteuerten instrumentalen Attacken, die die Live-Qualitäten des Quartetts auszeichnen, mithalten - eine zumindest vage Vorstellung davon, welche Klingeltöne, der dem Konzertabend folgende Morgen für die Gehörgänge bereithält, vermittelt es jedoch allemal. Und auch wenn der etwas überbetonte Proberaum-Flair - aus dessen Schirmherrschaft die Aufnahme jedoch in Punkto Direktheit eindeutige Vorteile bezieht - in so manchen Schlüsselstellen die Aggressivität etwas zu kurz kommen lässt, ist „Abgesang" ein sturer, eigenwilliger und jedenfalls empfehlenswerter Bastard aus Ambient und Post-Noise geworden.
tobias bolt / ECHOS-ONLINE.DE / 2004

code inconnu steht für jene detailarbeit, die es braucht, um aus klein- und kleinstpartikeln wabernde soundteppiche zu knüpfen. diese schweben wie eine trennschicht mitten im raum, teilen scheinbar verstand und gefühl. während rhythmische loops flirrend die gehörgänge besetzen, verschaffen sich träg pulsierende gitarren über andere wege zugang.
wolfgang gosch / 2003

Falter, Jänner 2010 © Code Inconnu
Falter, Jänner 2010
© Code Inconnu
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